Frankfurter Buchmesse 2026 in Zahlen
Besucher gesamt
Vorjahr 238.000
Fachbesucher:innen
Vorjahr 118.000
Privatbesucher:innen
Vorjahr 120.000
Herkunftsländer Besucher:innen
Vorjahr 131
Aussteller:innen
Vorjahr 4350
Tische mit Rechtehändler:innen
Vorjahr 591

Der scheidende Messechef Juergen Boos.
Die 78. Frankfurter Buchmesse hat ihr hohes Vorjahresniveau gehalten. 236.000 Besucher aus 137 Ländern kamen zu rund 4.000 Ausstellern, dazu gab es mehr als 3.800 Veranstaltungen. Gut die Hälfte der Gäste waren Fachbesucher:innen, und das neue Hallenlayout sei von allen Seiten positiv aufgenommen, heißt es auf Veranstalterseite – Genannt wurden vor allem die klare Orientierung und die ansprechende Aufteilung der Hallen. Jo Lendle, Hanser-Verleger und Vorsitzender des Ausschusses für Verlage, sprach von mehr Luft und weniger Stau. Frankfurt behalte seine Relevanz als Fachmesse und mache einen großen Sprung in Richtung Lesefest. Die Publikumstage seien spürbar leichter verlaufen, quirlig, aber nicht gedrängt.
Mit 137 Ländern waren auf Besucher:innenseite mehr vertreten als im Vorjahr. Neu dabei waren Besucher aus 16 Ländern und Gebieten, darunter Botswana, Namibia, Senegal, Guatemala und Grönland.
Weitere Trends:
Der Hörbuch-Bereich verzeichnete mehr Aussteller als im Vorjahr.
Der Book-to-Screen Day brachte Verlage, Agenturen, Produktionsfirmen und Filmschaffende zusammen, um über Stoffe, Rechte und Adaptionen zu sprechen. Zu den Höhepunkten zählten das Panel „European Adaptation Trends“ und ein Gespräch von Volker Schlöndorff, Regina Ziegler und Jenny Erpenbeck über die Verfilmung von „Heimsuchung“. Als Beispiel dafür, wie Bücher ein neues Publikum erreichen, nennt die Messe den bevorstehenden Netflix-Start von Melanie Raabes Roman „Die Falle“.
Das kulturpolitische Programm Frankfurt Calling umfasste 125 Veranstaltungen an 14 Orten in Frankfurt. Diskutiert wurden digitale Kontrolle, der Schutz demokratischer Institutionen, Völkerrecht und Publikationsfreiheit, unter anderem mit der Historikerin Jill Lepore, dem Autor und Menschenrechtsanwalt Philippe Sands und Melissa Fleming, Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen für globale Kommunikation.
Stark vertreten waren Frauenstimmen. Gisèle Pelicot sprach über sexuelle Gewalt und sagte, die Scham müsse die Seite wechseln. Der SHEROES-Talk mit Natalie Amiri, Düzen Tekkal und Alexa Hennig von Lange fragte nach dem Einfluss der Herkunft, im internationalen PublisHer-Fachprogramm ging es um Karrierewege und die Sichtbarkeit weiblicher Perspektiven in der Branche. Während in Stockholm Anne Carson als Literaturnobelpreisträgerin bekanntgegeben wurde, fanden diese Gespräche in Frankfurt statt.
Tschechien präsentierte sich als Ehrengast unter dem Motto „Ein Land an der Küste“ mit mehr als 100 Veranstaltungen und 75 Autoren. Der Pavillon umfasste 2.300 Quadratmeter, bot zwei Bühnen und machte tschechische Literatur mit Hilfe von KI erlebbar.
Als Publikumsmagnet bezeichnet die Messe die neue Community Stage in der Festhalle. Gemeinsam mit Bastei Lübbe entstand zudem eine Content Creator Lounge als Rückzugs- und Vernetzungsort für Creator.
Der Ausblick: Juergen Boos zieht in der Mitteilung das Fazit, die Zukunft des Buches werde an mehreren Orten zugleich gestaltet, an den Tischen der Rechtehändler, in der Debatte über KI und Publikationsfreiheit und in der Begegnung mit Lesern. Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins, nennt die sinkende Lesekompetenz junger Menschen und die Folgen von KI als Sorgen. Die große öffentliche Aufmerksamkeit lasse ihn trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen zuversichtlich nach vorn blicken.
Die 79. Frankfurter Buchmesse findet vom 6. bis 10. Oktober 2027 statt. Ehrengast ist Chile.

