Around the Book World
Published: 2.6.2026
Jede Woche fasst unser Kolumnist Carlo Carrenho die internationale News der Branche zusammen. Diesmal: kontinuierliche Konsolidierung, LatAm unter der Lupe, ElevenLabs baut an, Schweine in Vegas

Europas Verlage waren vergangene Woche auf Einkaufstour
Bildungsmedien sind in dieser Woche in den Mittelpunkt des europäischen Dealgeschehens gerückt. Boktugg berichtet, dass die dänische Mediengruppe Egmont über Lindhardt & Ringhof die Übernahme von Studentlitteratur, Schwedens größtem Bildungsverlag, vereinbart hat – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung. Das 1963 gegründete Unternehmen Studentlitteratur beschäftigt 150 Mitarbeitende, erzielt einen Jahresumsatz von 400 Mio. SEK (43 Mio. US-Dollar) und bringt mehr als 6000 Titel heraus. Boktugg berichtet zudem, dass Natur & Kultur 80 Prozent von Majemaförlaget übernommen hat und damit ein Bildungsmediengeschäft mit einem Jahresumsatz von annähernd 500 Mio. SEK (54 Mio. US-Dollar) entsteht. Über den Bildungsbereich hinaus setzte sich die Konsolidierung auch andernorts in Europa fort. Publishing Perspectives berichtet, dass die Gruppo Feltrinelli einen Anteil von 30 Prozent am Mailänder Verlag Il Saggiatore erworben hat. Unterdessen notiert Livres Hebdo, dass das in der Normandie ansässige Unternehmen OREP die Éditions des Falaises übernommen hat und damit zwei Regionalverlage mit einander ergänzenden Programmen zusammenführt.
Carlo's take: Es war eine weitere ereignisreiche Woche in der fortlaufenden Geschichte der Verlagskonsolidierung. Bemerkenswert war nicht nur die Häufung von Deals in mehreren europäischen Ländern, sondern auch ihre Bandbreite – von Bildungsmedien über Publikumsverlage bis hin zu Regionalhäusern. Die Transaktionen führen vor Augen, dass der Konsolidierungstrend, der die Branche seit Jahren prägt, nach wie vor sehr lebendig ist und Verlage unterschiedlicher Größe und Geschäftsmodelle in nahezu jedem Marktsegment erfasst.

Mehr Kasse, weniger Beschaffung in Brasilien
Laut PublishNews verzeichneten Brasiliens Verlage ein starkes Jahr 2025: Die Umsätze im Endkund:innen- Markt stiegen nominal um 7,7 Prozent und inflationsbereinigt um 3,3 Prozent – so die von NielsenIQ BookData erstellte CBL/SNEL-Erhebung. Wachstum wurde in allen Verlagssegmenten gemeldet, angeführt vom Publikumssegment (Trade), wo Belletristik und Young-Adult-Titel die wesentlichen Treiber waren. Die Verlage brachten rund 45.000 Titel heraus und produzierten 367 Mio. Exemplare, während die Umsätze mit digitalen Inhalten nominal um 10 Prozent zulegten. Digitale Bibliotheken erwirtschafteten rund 225 Mio. R$ (45 Mio. US-Dollar), die Abo-Umsätze wuchsen um 40 Prozent, und digitale Formate machten 9 Prozent des gesamten Verlagsumsatzes aus.
Während 2025 für Brasiliens Verlage ein ausgezeichnetes Jahr war, insbesondere im privaten Markt, entwickelte sich die öffentliche Beschaffung in die entgegengesetzte Richtung. Die Umsätze aus Bundesprogrammen sanken um 9,9 Prozent, vor allem aufgrund schwächerer Schulbuchkäufe. Die Digitalzahlen zeigten zudem den uneinheitlichen Marktanteil von Audio: Die Verkaufsdaten zu Hörbüchern sind nach wie vor zu dünn, als dass Nielsen daraus weitergehende Marktschlüsse ableiten könnte. Dennoch lassen sich einige Trends erkennen. Im Einzelkaufmarkt (à la carte) entfielen 93 Prozent der verkauften Einheiten auf E-Books und 7 Prozent auf Hörbücher. In einigen Abo-Segmenten hingegen machten E-Books 71 Prozent der Nutzung aus und Hörbücher 29 Prozent, was darauf hindeutet, dass sich der Hörbuchkonsum in Brasilien vorrangig über Abodienste und weniger über Einzelkäufe entwickelt.
Eine Geschichte zweier Buchmärkte in Lateinamerika
PublishNews berichtet, dass eine neue Untersuchung von NielsenIQ BookData, vorgestellt beim Branchentreffen der Câmara Brasileira do Livro in Guarujá, erstmals einen direkt vergleichbaren Blick auf den brasilianischen und den mexikanischen Buchmarkt anhand abgestimmter Methoden bietet. Die Untersuchung ergab, dass 18 Prozent der Brasilianer und 18,5 Prozent der Mexikaner Bücher kaufen, was 28 Mio. bzw. 18 Mio. Konsumenten entspricht. Die Einzelhandelsumsätze beliefen sich in Brasilien auf 610 Mio. US-Dollar und in Mexiko auf 390 Mio. US-Dollar. Frauen stellen in Brasilien 61 Prozent der Buchkäufer, während in Mexiko mehr als 80 Prozent der Käufer den sozialen Schichten C, D und E angehören – verglichen mit 56 Prozent in Brasilien. Die Digitalnutzung fiel ähnlich aus: 20 Prozent der brasilianischen und 21 Prozent der mexikanischen Konsumenten kauften zuletzt E-Books oder Hörbücher. Mariana Bueno von Nielsen merkte an, dass die meisten Konsumenten in beiden Märkten ein bis fünf Bücher pro Jahr kaufen, dass Belletristik im Einklang mit globalen Trends wächst, der Onlinehandel in Brasilien stärker ist und der brasilianische Markt weniger konzentriert als der mexikanische.
Carlo's take: Es ist erfreulich, dass aus Lateinamerika mehr Daten verfügbar werden und ein klareres Bild seiner Buchmärkte entsteht. Ein direkter Vergleich zwischen Brasilien und Mexiko – den beiden größten Buchbranchen der Region – ist besonders wertvoll, weil er zeigt, wie viel die Länder hinsichtlich Konsumverhalten und Marktdynamik gemeinsam haben. Zugleich unterstreichen die Zahlen eine gemeinsame Herausforderung: Beide Länder müssen ihr Leseniveau verbessern. Eine wachsende Leserschaft ist nicht nur für die langfristige Tragfähigkeit des Buchmarkts entscheidend, sondern auch als Stütze für eine umfassendere bildungspolitische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung.

Vom KI-Vorlesen zum Abspielen der Aufnahme
Laut Publishers Weekly hat ElevenLabs seiner ElevenReader-App 200.000 Titel hinzugefügt, darunter Bücher von Blackstone, HarperCollins Publishers, von Selfpublishern sowie aus der jüngsten Bookwire-Partnerschaft. Die neue Stufe ElevenReader Ultra kostet 11 US-Dollar pro Monat oder 99 US-Dollar pro Jahr und umfasst 20 Stunden Hörzeit; eine kostenlose Stufe bleibt weiterhin verfügbar. ElevenLabs zufolge umfasst der erweiterte Katalog 16 Sprachen und enthält sowohl E-Books (die mit KI-Stimmen vorgetragen werden) als auch bereits bestehende MP3-Hörbücher.
Carlo's take: So bedeutend die Katalogerweiterung ist – die bemerkenswertere Entwicklung dürfte ElevenLabs’ Entscheidung sein, bestehende Hörbuchdateien einzubinden, statt sich allein auf KI-generierte Hörbücher zu verlassen. Rückblick: ElevenReader begann als Werkzeug, das schriftliche Inhalte – E-Books, Artikel und von Nutzern hochgeladene Texte – in ein hörbuchähnliches Erlebnis verwandeln konnte, ohne dass dafür eine eigene Audioproduktion oder Audiodatei nötig war. Die Integration von MP3-Hörbüchern deutet auf eine breitere Inhaltsstrategie hin. Die Beteiligung von Blackstone, einem etablierten Hörbuchverlag, unterstreicht diesen Wandel. Sie eröffnet zudem die Aussicht, ElevenReaders-Funktionen zur Stimmenauswahl auf herkömmlich produzierte Hörbücher anzuwenden – ähnlich wie es bei Storytel bereits zu sehen ist. Zugleich stärkt die Partnerschaft mit Bookwire das ursprüngliche Versprechen der Plattform, E-Books in Audioerlebnisse zu verwandeln. In einem Interview zu dem Deal mit dem Digital Publishing Report erklärte Bookwire-Co-CEO John Ruhrmann: „Der größte Mehrwert liegt zunächst in der Backlist und in Titeln, die aus wirtschaftlichen Gründen bisher nicht als Hörbuch produziert wurden.“

Keine Oase der Ruhe für Kadokawa
Laut The Sankei Shimbun hat der Hongkonger Investmentfonds Oasis Management den Druck auf Kadokawa vor dessen Hauptversammlung am 24. Juni verschärft und in einem 133-seitigen Dokument die Abberufung von Präsident und CEO Takeshi Natsuno (Foto) gefordert. Oasis argumentiert, die Geschäftsentwicklung von Kadokawa habe sich unter Natsuno verschlechtert, und verweist auf ungenutztes Wertpotenzial bei FromSoftware, nachlassende Wettbewerbsfähigkeit bei Niconico Douga, steigende Fixkosten und gescheiterte M&A-Aktivitäten. Der Fonds gibt an, der operative Gewinn sei von 13,6 Mrd. Yen (85,4 Mio. US-Dollar) im Geschäftsjahr 2021 auf voraussichtlich 8,1 Mrd. Yen (50,9 Mio. US-Dollar) im Geschäftsjahr 2026 gesunken. Kadokawa hat Teile der Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, eine Abberufung Natsunos könnte den Reformkurs und die Stabilität des Managements gefährden.
Carlo's take: Als eine der größten Verlags- und Mediengruppen Japans ist Kadokawa ein Unternehmen, das die globale Buchbranche genau beobachtet – was diesen Führungsstreit besonders bedeutsam macht. Die Situation verdeutlicht zudem die wachsende Rolle von Investmentfonds und Private Equity in verlagsnahen Geschäften. Da beide Seiten stark voneinander abweichende Einschätzungen zur Geschäftsentwicklung und Strategie des Unternehmens vertreten, bleibt offen, wie die Aktionärinnen und Aktionäre reagieren werden. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Hauptversammlung am 24. Juni und auf die Frage, ob Natsuno dem Druck aus Hongkong standhalten kann.
Print-Renaissance auch in Russland
Knizhnaya Industriya berichtet über mehrere Kennzahlen des russischen Buchmarkts. Eine gemeinsame Auswertung des Buchfestivals am Roten Platz und von Brand Analytics zum sich wandelnden Leseverhalten in Russland ergab, dass 51 Prozent der russischsprachigen Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer trotz des digitalen Wachstums weiterhin Print bevorzugen. Brand Analytics registrierte 800.000 Erwähnungen gedruckter Bücher pro Jahr, die 20 Mio. Aufrufe und 500.000 Reaktionen erzeugten. Die Auswertung identifiziert die „Ästhetisierung“ des Lesens als prägenden Trend für 2025–2026: Hochwertige Cover, Illustrationen und Buchgestaltung ziehen jährlich mehr als 500.000 Social-Media-Aufrufe auf sich. Daten des Meinungsforschungsinstituts WZIOM zeigen unterdessen, dass der Anteil der lesenden Bevölkerung in Russland im vergangenen Jahrzehnt um die Hälfte auf 66 Prozent gestiegen ist. Dem Magazin zufolge entfallen auf E-Books rund 8 Prozent des russischen Buchmarkts mit einem jährlichen Wachstum von 20 Prozent, während Hörbücher 2025 um mehr als 30 Prozent zulegten und inzwischen mehr als 60 Prozent der Umsätze im Digitalsegment erwirtschaften.
Carlo's take: Die Zahlen liefern eine aufschlussreiche Momentaufnahme des russischen Buchmarkts. Trotz der Herausforderungen durch den Krieg, die wirtschaftliche Isolation und den allgemeinen Zensurdruck im Land weist Russland weiterhin bemerkenswerte Lese- und Verlagskennzahlen auf. Besonders auffällig ist das rasche Wachstum der Hörbücher im Jahr 2025, das vermutlich durch Investitionen in das Format von Unternehmen wie Yandex und anderen Marktakteuren getragen wird. Die wachsende Bedeutung hochwertiger Cover, Illustrationen und Buchgestaltung spiegelt ebenfalls ein verändertes Konsumverhalten wider; der wichtigste Befund aber ist die anhaltende Ausweitung der lesenden Bevölkerung Russlands, die inzwischen 66 Prozent erreicht hat.

Ukraine: druckt weiter, verlegt weiter, hält stand
Nach Daten der Buchkammer der Ukraine, die Chytomo vorliegen, meldeten ukrainische Verlage 2025 insgesamt 15.069 Titel mit einer Gesamtauflage von 33,2 Mio. Exemplaren, darunter 13.464 Bücher und 1.605 Broschüren, eingereicht von 701 verlegerischen Einheiten. Unter den einzelnen Verlagen führte KSD bei der Titelproduktion mit 743 Titeln und einer Auflage von 3,1 Mio. Exemplaren. Folio folgte mit 639 Titeln, während Ranok 469 Titel veröffentlichte und mit 2,8 Mio. Exemplaren die zweithöchste Auflage verzeichnete. Vivat brachte 413 Titel heraus, Navchalna Knyha – Bohdan 381. Bei der Gesamtauflage lag Stem Osvita mit 2,7 Mio. Exemplaren auf Rang drei.
Carlo's take: Die Zahlen unterstreichen die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Verlagsbranche nach mehreren Jahren, die von Russlands Invasion und dem andauernden Krieg geprägt sind. Die Verlage halten nicht nur den Betrieb aufrecht, sondern bewahren auch ein bemerkenswertes Produktionsniveau. Diese Stärke zeigte sich auch beim Book Arsenal Festival (Foto), das vergangene Woche in Kyjiw eröffnet wurde und, wie Publishing Perspectives berichtet, mehr als 150 Teilnehmende zusammenbrachte sowie acht internationale Fellows in sein Stipendienprogramm aufnahm.
Eine globale Debatte erscheint in japanischer Ausgabe
Die Yomiuri Shimbun berichtet, dass eine landesweite Befragung von 149 Grundschulleitungen breite Unterstützung für gedruckte Schulbücher in Japans unteren Jahrgangsstufen ergab, während die Regierung darauf zusteuert, digitale Schulbücher ab dem Geschäftsjahr 2030 amtlich zuzulassen. Unter den Befragten sprachen sich 94 Prozent für reine Papier- oder papierbasierte Hybrid-Schulbücher in der ersten und zweiten Klasse aus, verglichen mit 80 Prozent für die dritte und vierte sowie 54 Prozent für die fünfte und sechste Klasse. Die Befragung ergab außerdem, dass 72 Prozent Bedenken oder gewisse Bedenken gegen eine amtliche Zulassung digitaler Schulbücher hatten.
Carlo's take: Die Debatte spiegelt Diskussionen wider, wie sie von Brasilien und Portugal bis zu den nordischen Ländern zu beobachten sind, wo politisch Verantwortliche und Bildungsfachleute weiterhin das Verhältnis zwischen gedruckten und digitalen Lernmaterialien abwägen. Sie ist zugleich eine Erinnerung daran, wie sehr internationale Narrative Entwicklungen andernorts vereinfachen können. Schweden etwa hat gedruckte Schulbücher nicht zugunsten eines vollständig digitalen Modells aufgegeben und dann den Kurs umgekehrt, wie oft behauptet wird. Gedruckte Materialien blieben durchgehend im Einsatz, während sich die jüngsten Regierungsmaßnahmen auf strengere Beschränkungen der App-Nutzung in Vorschulen konzentrierten – begleitet von höheren Mitteln für den Kauf gedruckter Bücher und ohne dass die Nutzung digitaler Lernplattformen eingestellt wurde. Auch die jüngsten Beschränkungen für Handys an Schulen dürften zu Missverständnissen über eine umfassendere Abkehr von der digitalen Bildung beigetragen haben.

Bücher, Marken und ein Schwein in Vegas
Laut Publishers Weekly spielten Verlage eine zunehmend prominente Rolle auf der Licensing Expo 2026 in Las Vegas, wo 410 Aussteller mehr als 5000 Marken vor über 12.500 Teilnehmenden präsentierten, darunter 1500 Händlerinnen und Händler. Der Bericht verweist auf zunehmende verlagsnahe Aktivitäten von Unternehmen wie Paramount, Spin Master, Pocket.watch und Hasbro, das neue Peppa-Pig-Verlagsinitiativen vorstellte. Publishers Weekly verweist außerdem auf die steigende Nachfrage des Handels nach literarischem Merchandise, eine größere Sichtbarkeit für Romance- und buchbasierte Stoffe, die Teilnahme von Literaturagenturen und Comicverlagen sowie eine wachsende Zahl unabhängiger Autorinnen und Autoren, die die Veranstaltung nutzen, um Möglichkeiten in den Bereichen Verlag, Animation und Lizenzen vorzustellen.
Carlo's take: Die Buchbranche kann von einer engeren Verzahnung mit anderen Content-Sektoren profitieren, darunter audiovisuelle Medien, Gaming und Konsumgüter. Die wachsende Präsenz von Verlagen auf Veranstaltungen wie der Licensing Expo 2026 ist daher ein ermutigendes Zeichen für eine stärkere branchenübergreifende Integration. Eine wachsende Lizenzaktivität – sowohl vom Verlagswesen in andere Branchen als auch von anderen Branchen ins Verlagswesen – eröffnet Chancen, die Reichweite geistigen Eigentums zu vergrößern und neue Erlösquellen über ein breiteres Spektrum von Produkten und Märkten hinweg zu erschließen.

Was mir sonst noch aufgefallen ist
Ein Colbert-Schub: Mit der Absetzung von „The Late Show“ verlieren Verlage eine der letzten großen Fernsehplattformen, die Büchern und Autorinnen und Autoren einen kräftigen Mainstream-Schub geben können. Jahrelang trug der „Colbert Bump“ dazu bei, literarische TV-Auftritte in Bestsellererfolge zu verwandeln. Laut Publishers Weekly.
Eine Vorlage aus der Bibliothek: Die Zentralbibliothek von San Antonio nutzt die vielbeachtete Lesegewohnheit von Victor Wembanyama, um Bücher zu bewerben: Die Kampagne „Read Like Wemby“ sorgte für nahezu 160 Ausleihen und Vormerkungen von Titeln, die mit dem NBA-Star in Verbindung stehen. Laut The Athletic.
Eine Verlagsstaffel: Antoine Volodines literarisches Universum findet seinen Abschluss mit elf Büchern, die zeitgleich von elf verschiedenen französischen Verlagen unter einem gemeinsamen Sammelpseudonym veröffentlicht werden. Laut ActuaLitté.
Eine abgesagte fika: Schwedens Buchhandelsszene legt offenbar eine unbehagliche Kaffeepause ein: The-English-Bookshop-CEO Jan Smedh trat aus dem Vorstand des schwedischen Buchhändlerverbands zurück, nachdem Adlibris-CEO Ola Toresten in das Gremium gewählt worden war. Laut Boktugg.
Ein Pokémon-Coup: Die japanische Polizei hat zwei Männer festgenommen, die rund 300 Pokémon-Karten im Wert von 34 Mio. Yen (214.000 US-Dollar) aus einem Lieferfahrzeug in Tokio gestohlen haben sollen. Laut TBS Television.
Eine Sticker-Razzia: Die brasilianische Polizei beschlagnahmte in Rio de Janeiro 200.000 gefälschte Sticker zur Fifa-WM 2026 und führte damit das Ausmaß der illegalen Aktivitäten rund um eine der größten Lizenzmarken der Welt vor Augen. Laut Jornal O Dia.
Papst oder Bunny? Die Madrider Buchmesse öffnet diese Woche, während sich die spanische Hauptstadt darauf vorbereitet, sowohl Papst Leo XIV. als auch eine Konzertreihe von Bad Bunny zu empfangen – reichlich Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser. Laut PublishNews Spain.

Über Carlo Carrenho
Der Autor dieser Kolumne hat nie Pokémon-Karten gesammelt, brachte es als Kind aber immerhin auf mindestens ein – vielleicht auch zwei – vollständige Stickeralben, darunter, wenn ihn die Erinnerung nicht trügt, ein WM-Album. Erst kürzlich, während der letzten Weltmeisterschaft, tauschte er bei einer Portugalreise mit seinem Sohn im Regen Sticker auf dem Lissabonner Praça dos Restauradores. Schließlich sammelte sie zu Hause in Schweden niemand, da sich das Land nicht qualifiziert hatte. Das sind die Opfer, die wahre Sticker-Enthusiasten bringen. Wäre er in den nächsten zwei Wochen in Madrid und müsste sich zwischen dem Papst, Bad Bunny und der Madrider Buchmesse entscheiden, wüsste er genau, wohin er ginge. Zum Glück fragt ihn niemand.
Die Kolumne erscheint montags im Original bei Publishing Perspectives auf Englisch, Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von PP.